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St. Peter und Paul
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Die Stadt Ratingen und ihre kirchliche Entwicklung Die Stadt Ratingen liegt im nordwestlichen Teil des nach dem alten Grafen- und Herzogengeschlechts benannten Bergischen Landes. Sowohl die lößbedeckte Mittelterrasse der sich öffnenden niederrheinischen Tiefebene als auch der Schnittpunkt alter Handelsstraßen, des Heiligenweges und des Mauspfads, begünstigten die Entwicklung der kurz nach 800 erstmals urkundlich nachgewiesenenen Siedlung. Die Anfänge des Christentums werden nach der Legende mit der Mission des hl. Suitbertus (gestorben 713) in Verbindung gebracht und Ausgrabungen haben Fundamente eines Gotteshauses schon des 8. Jhs. zutage gefördert. Quellen über eine kirchliche Organisation liegen jedoch erst mit dem Jahre 1150 vor. Erzbischof Reinald von Dassel inkorporierte schließlich 1165 die Ratinger Kirche mit dem alten Peter- und Pauls-Patrozinium in die Kölner Domprobstei. Als einzige heute noch bestehende Zeugen der vierten Bauperiode aus der Mitte des 12. Jhs. haben sich die beiden kleineren Osttürme des Kirchengebäudes erhalten. Der Hauptturm, nach wie vor Dominante der Stadt, entstand zwischen 1210 und 1240, das Langhaus kurze Zeit später als eine der ersten rheinischen Hallenkirchen. Der jetzigen Chorlösung liegt ein neugotischer Entwurf (Ende 19.Jh.) zugrunde. Das geschichtliche Umfeld der Monstranz Die hier vorzustellende Monstranz führt uns die Ratinger Geschichte des hohen und fortschreitenden Mittelalters vor Augen, wobei der hier interessierende Ausschnitt beginnt mit den Maßnahmen, mit welchen die Grafen von Berg auf die 1184 durch Kaiser Friedrich Barbarossa eingeleiteten Bauarbeiten an der Kaiserswerther Pfalz und die etwa zeitgleiche Erhebung der dortigen Siedlung zur Stadt zu antworten gedachten. Nicht nur die romanische Kirche Ratingens erhält in der Folgezeit ihre majestätische Gestalt, vielmehr sollte auch die Gemeinde politisch aufgewertet und ihr eine fortifikatorisch bessere Position eingeräumt werden. Dies geschah in der 1276 beurkundeten Stadterhebung und mit dem nur ein Jahr später anschließenden Bau der Stadtbefestigung. Zwischen 1362 und 1380 werden vier Stadttore aus der gewiß bereits Jahrzehnte zuvor vollendeten großen Stadtmauer in den Quellen genannt. Mit der Erhebung Wilhelms von Jülich-Berg in den Herzogenstand verlieh König Wenzel, Sohn Karls IV., im Jahre 1380 sowohl dem Territorium als auch dessen zu Bedeutung gelangter Stadt Ratingen neues Ansehen. Im Jahre 1371 übertrug Pabst Gregor XI. dem Subdiakon und Schreiber des päbstlichen Supplikenregisters Bruno de Duysborgh genannt Meens die Ratinger Pfarrstelle. Durch die gleiche Urkunde erfahren wir von dessen Kanonikat am Xantener St. Viktorstift, aus welchem ihm auch weiterhin Einkünfte zufließen sollten. Bruno stiftete der Kirche seiner neuen Pfarrei 1394 eine prachtvolle, vergoldete Monstranz, die noch heute in kulturhistorischen Ausstellungen immer wieder Aufsehen erregt. Doch schon 1398 oder kurze Zeit danach verläßt Bruno Ratingen, um in die Kölner Kartause einzutreten. Das 1334 unter dem Patronizium der hl. Barbara gegründete Kloster erhielt 1393 eine neue Kirche. Möglicherweise faßte Bruno also schon zu früheren Zeiten den Beschluß, sein Leben in klösterlicher Armut fortzusetzen. Kurz vor seinem Tode (spätestens 1411) schenkte er der Kartause ein wertvolles, mit Steinen geschmücktes Marienbild, das sich jedoch nicht erhalten hat.
Aus dem Reigen der Apostel
Die Gliederung der Monstranz Die von Pfarrer Bruno Meens gestiftete Monstranz bildet den kostbarsten Bestandteil des Kirchenschatzes, ja den wertvollsten Besitz der Ratinger Kirche überhaupt. Es handelt sich um eine vergoldete, zylindrische, vierseitige Turmmonstranz aus Fuß, Griff und Aufbau bestehend. Sie mißt in der Gesamthöhe vom Fuß bis zum Kruzifix 89 cm. Davon entfallen für den Unterteil bis zur unteren Plattform 34 cm und für den Aufbau 55 cm. Die Strebepfeiler des großen Architektursystems erheben sich über 27,5 cm, die des kleineren über 17,5 cm. Im Gegensatz zu diesen großzügigen, durch die gotische Vertikalrichtung noch unterstrichenen Maßen, tragen die in der Breite eher zurückhaltend ausladenden Maße zur Schlankheit des Gefäßes bei. Beträgt der Durchmesser des Fußes 28,5 cm, so greift das Fundament des Aufbaus nur 21 cm aus. Der Abschluß des Schaubehälters und das kleinere Architektursystems messen im Durchmesser lediglich 11,5 cm. ... aus "Die Ratinger Monstranz" von Hanns Peter Neuheuser, RHEINISCHE KLEINKUNSTWERKE
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