Ein Jahr keine Aktionen

Schilling DanielSucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. Mt 6, 34

Liebe Schwestern und Brüder,
in meinen diesjährigen Pfingstpredigten habe ich Ihnen einen Vorschlag gemacht. Um es direkt zu sagen: Es ist nichts entschieden! Ich möchte dazu einladen, dass wir einmal ein Jahr lang keine Aktionen in unserer Pfarrei stattfinden lassen. Ein Jahr lang zum Beispiel auf Gemeindefeste, Fastenaktionen, Karnevalsveranstaltungen, Kunstaktionen, den Weihnachtsmarkt, Basare und andere Dinge verzichten. Warum das Ganze? Ich weiß, wir tun damit gerade auch durch die Erlöse viel Gutes und dennoch spüre ich zunehmend, dass viele Personen oder eben leider eher wenige, hier und da sogar immer dieselben Personen unter einem enormen Druck stehen, alles aufrecht zu erhalten, was in den vergangenen Jahren üblich war. Es geht hierbei in keiner Weise darum, zu sagen, dass das, was bei uns stattfindet, nicht gut und wertvoll sei.
Es soll in dieser Zeit nicht ums „NichtsTun“ gehen. Es geht vielmehr darum, aus dem Geist Gottes heraus einmal ein Jahr lang ganz bewusst respektvoll und liebevoll miteinander umzugehen, ein Jahr lang den Nächsten, auch den, den ich nicht gut ertragen kann, als Geschenk zu entdecken. Tätige Nächstenliebe wäre somit das erste und grundlegende Programm des Jahres 2018.
Ein Jahr lang Gottes- und Nächstenliebe praktizieren, ein Jahr lang die Seligpreisungen neu für sich selber und für die Gemeinschaft entdecken. Ein Jahr lang im Glauben innerlich ertasten und neu spüren, dass ich ein geliebtes Kind Gottes bin und die Berufung in mir trage, zu einer chris tlich-katholischen Gemeinschaft zu gehören.
Auch in diesem Jahr könnte sich der Pfarrgemeinderat treffen, um seine spirituelle, biblisch begründete Mitte zu finden und diesen spirituellen Weg der Pfarrei zu gestalten. Ebenso könnten sich die Gemeindeausschüsse treffen, um gemeinsam das Wort Gottes zu teilen und daraus Optionen für das Gemeindeleben zu entwickeln.
Über unsere Aktionen haben wir vielfach mit mehr und häufig weniger Erfolg versucht, Fernstehende anzusprechen, „neue“ Gemeindemitglieder zu gewinnen.
Wenn wir das Jahr 2018 bewusst nutzen, um neu den eigentlichen Kern unseres Glaubens, das christliche Miteinander zu leben, gegenseitig die Hoffnung zu stärken und die Liebe untereinander zu (ver-)suchen, werden wir, so bin ich überzeugt, vielleicht viel mehr Ausstrahlung haben, als mit noch so vielen, noch so gut gemeinten Aktivitäten.
Natürlich würden wir ganz bewusst alle Liturgien feiern und neu versuchen, Jesus Christus in den Mittelpunkt zu setzen.
Im Pfarrgemeinderat haben wir schon einmal über ein solch mögliches Sabbatjahr nachgedacht und ich habe meine Gedanken noch einmal in den PGR hineintragen, um dort zu besprechen, wie ein solches Sabbatjahr, wenn wir es denn begehen wollen, aussehen kann. Hier wäre zu klären, was stattfinden und was tatsächlich entfallen soll. Nichts muss übers Knie gebrochen werden.
Im Letzten geht es um eine echte Umkehr. Ich möchte uns alle da zu einladen, dass wir unsere Art, wie wir über andere denken, reden und urteilen, bedenken und in der Annahme unserer eigenen Schwächen, Verletzungen, Hoffnungen und Sehnsüchte durch aktives Einfühlungsvermögen zu Mitliebenden Gottes werden. Vielleicht haben wir dann in ganz neuer und unerwartet positiver Weise als Pfarrei eine Ausstrahlung, die andere ansteckt und inspiriert, einen Weg mit Gott und mit uns seiner Kirche hier vor Ort zu gehen.
Was denken Sie nun? Was geht Ihnen durch Ihr Herz und Ihren Sinn? Ob wir diesen Weg wohl gemeinsam gehen?
Wir haben Zeit, um gemeinsam über meinen Vorschlag ins Gespräch zu kommen und ich weiß, dass das für uns alle auch eine Herausforderung
ist. Ich bin sehr gespannt, was hieraus werden wird.
Herzlich, Ihr Pastor Daniel Schilling

Die Predigten des Pfingstfestes können Sie bei Interesse auf meiner Homepage nachhören: http://www.pastor-daniel-schilling.de/geistli-worte-radio.html

Stellungnahme des Pfarrgemeinderates

Auch im Pfarrgemeinderat haben wir lange über die Pfingstpredigt gesprochen. Was ist der Kern unserer Gemeinde? Wie wollen wir uns "nach außen" zeigen?
Erscheinen wir vielleicht zu häufig als geschlossene Gruppe, die es interessierten Menschen schwer macht, dazuzukommen und gemeinsam den Glauben zu teilen?
Der PGR begrüßt die Gedanken unseres Pastors sehr, wünscht sich eine weiterführende Diskussion und freut sich auf die Ideen der Gemeinde, z.B. unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Der PGR der Pfarrei St. Peter und Paul

Am Donnerstag, 5. Okotber um 20 Uhr gibt es im Pfarrzentrum, Turmstraße, ausreichend Raum zur Diskussion über dieses Thema

Hinweis

Für Veröffentlichungen in den Pfarrnachrichten, auf dieser Internetseite und in der Presse ist der Sachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit zuständig - erreichbar unter:
oeffentlichkeitsarbeit@st-peterundpaul.de

Termine in der Pfarrei