Geistliches Wort zum 4. Fastensonntag

2003 geistliches wort gregor
„Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ (1 Sam 16, 7b)

Liebe Gemeinde!

Kaum bemerkt ist der 4. Fastensonntag (Laetare – Freut euch!) für mich vergangen… Eine neue Situation, in der wir uns alle erstmal zurechtfinden müssen. Ich bete zu Gott, dass die Gefahr bald vorbei ist; dass wir uns als Menschen wieder frei begegnen und als Christen voll Dankbarkeit und Freude die Gottesdienste wieder miteinander feiern dürfen. Als ich gestern am Altar stand und die Hl. Messe zelebriert habe, versuchte ich ständig an Sie zu denken: an die mir mehr oder weniger vertrauten Menschen aus der Gemeinde St. Suitbertus und unserer Pfarrei St. Peter und Paul. Ich betete mit Ihnen, die Sie unsere Gottesdienste vermissen und gern dabei wären; ich schloss Sie alle in diese Feier mit ein.

Vom SEHEN und BLIND SEIN war gestern in der Wortliturgie die Rede. In der ersten Lesung wurde der jüngste, und damit für das Gesetz, das Brauchtum aber auch die Tradition unbedeutendste Sohn von Isai dem Betlehemiter, wider erwarten aller Versammelten auserkoren und zum König gesalbt: der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz…

Der Hl. Paulus hat uns in der 2. Lesung aufgerufen: Lebt als Kinder des Lichts! Jesus selbst, das wahre Licht der Welt, hat uns erleuchtet und ans Licht gebracht! Deswegen sollen wir die Früchte hervorbringen, die aus dem Licht entstehen: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit… Letztendlich wird dieses Licht zur Quelle der Auferstehung und des Lebens werden: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein. (Eph 5, 14)

Das Evangelium vom 4. Fastensonntag ergreift mich jedes Mal. Die Selbstoffenbarung Jesu: Ich bin das Licht der Welt ist nicht nur aktuell, sondern in Zeiten wie diesen vor allem trostspendend und mutmachend. Und die Heilung des Blindgeborenen dazu: Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Was für uns Menschen als unmöglich gilt ist für Gott doch möglich. Und wenn wir Menschen nur so schlecht mit dem gefährlichen Coronavirus zurechtkommen, ist es vielleicht an der Zeit, unseren Gott handeln zu lassen?

Nur damit ER uns retten kann, brauchen wir den Glauben: einen solchen, den der blinde Bettler aufbrachte, indem er sich:

erstens – von Jesus demütig einen Speichelteig auf seine Augen aufbringen hat lassen; zweitens - mit Jesus vertrauensvoll mitgemacht und sein Gesicht im Teich Schiloach gewaschen hat,

drittens – ohne zu zögern auf die Frage von Jesus: Glaubst du an den Menschensohn? antwortet: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

Schwestern und Brüder! Behüte Sie Gott in der kommenden Woche!

Abschließen möchte ich mit den Versen aus dem gestrigen Antwortpsalm, den wir allesamt so gut kennen: Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. (Ps 23)

Ihr Pater Gregor.


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