Die Bibel - das Buch der Bücher

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Um die Bibel ging es am Abend des 11. Januar 2011 in unserer Pfarrkirche. Etwas 35 Frauen und Männer waren gekommen, ihr Wissen über die Entstehung der Heiligen Schrift aufzufrischen oder zu erweitern.

Vom „Buch der Bücher“ spricht man auch, nicht nur, weil es für die Christen das wichtigste aller Bücher ist, sondern auch, weil die Bibel eigentlich eine Sammlung von insgesamt 73 Büchern ist.

Die Verschiedenartigkeit wurde schon deutlich, als es um deren Entstehungszeit ging: Wer die Kirche betrat, bemerkte bald einen „Zeitstrahl“ mit Jahreszahlen im Mittelgang, die von 4000 vor Christus bis etwa 100 nach Christus reichten. Nach einem ersten Lied ging Pfr. Bünnagel den Zeitstrahl entlang. Er nannte die wichtigsten Ereignisse der Geschichte Israels – angefangen vom angenommen Datum der Schöpfung im Jahr 3761 – bis zu Zeitpunkt des Entstehens der Offenbarung des Johannes ca. 95 nach Christus. Ursula Theißen und Kerstin Artz-Müskens legten Blätter mit den entsprechenden Daten auf den Boden, so dass der Mittelgang der Kirche zu einer „begehbaren“ Geschichte Israels und der Bibel wurde.

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Die Bilder zeigen (von links nach rechts): die junge Frau (Hoheslied der Liebe),
die Seherin (Offenbarung des Johannes), den Apostel Paulus, die Beterin (Psalmen).

Auf völlig andere Weise konnte man die Verschiedenartigkeit der biblischen Bücher erleben, als ausgewählte Textgattungen vorgestellt worden. Wahrscheinlich hatte noch niemand so anschaulich gehört und gesehen (!), dass die Bibel völlig unterschiedliche Texte enthält: Da trug eine Sprecherin, im Gewand einer Richterin, Gesetzestexte (wie sie etwa in den Büchern Deuteronomium oder Leviticus vorkommen) vor. Eine Beterin sprach ein Gebet (einen der Psalmen), eine junge Frau ein Liebeslied (Hoheslied). Pfarrer Bünnagel, in einem Gewand, wie Paulus es hätte tragen können, schrieb mit der Tintenfeder Passagen eines Paulusbriefs, und eine Seherin trug Texte aus der Offenbarung des Johannes vor. Selten wurde so deutlich, welche Vielfalt von Formen die Bibel in sich birgt.

Um Redewendungen, die aus der Bibel in unsere Allgemeinsprache eingeflossen sind, ging es danach: „Nach uns die Sintflut“, „sein Licht unter den Scheffel stellen“, „die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut“ sind nur einige der Sätze, die sprachliches Gemeingut geworden sind und in der Bibel ihren Ursprung haben (Gen 7-8; Mk 4,21 [paradoxerweise ist der Scheffel hier durch ein „Gefäß“ ersetzt!], Mt 6,3). 

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Bibel und Kunst wurden zum Thema, ebenso die Entwicklung von Glaubensvorstellungen im Rahmen der biblischen Bücher selber; viel zu sehen und lesen war in den Nischen und Kapellen, es gab ein Glas Wein und Orgelmusik – es ist unmöglich, alles zu beschreiben. Aber wer mehr wissen will, kann vielleicht selber einmal zu einem solchen Abend kommen. „Gottvoll und erlebnisstark“ ist diese Reihe überschrieben. Die nächsten Themen sind „Beten – Atem für die Seele“ (am 8. Februar), und „Wege der Versöhnung – von Opfern und Vergebung“ (am 15. März), jeweils 20.00 – ca. 21.30 Uhr in St. Peter und Paul. Sie finden die Abende auch stets unter „Kommende Termine“ in der rechten Spalte. | Josef Pietron


Hinweis

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