7. Ratinger Orgelnacht - Orgel und Carillon

altDie siebte Ratinger Orgelnacht: Natürlich waren wieder weltberühmte Organisten in Ratingen zu Gast  - Thomas Trotter (Birmingham) und Pierre Pincemaille (Paris) - , doch es gab einen weiteren Organisten, der ungeachtet des anfänglichen Regens sicherlich die meisten Besucher anzog, auch wenn er diesmal nicht Orgel spielte, sondern ein "Carillon", ein Glockenspiel, wie es in den Niederlanden und in Flandern verbreitet ist. Gijsbert Kok war aus Den Haag mit einem Tieflader gekommen, in dem 61 Glocken hingen, die er mittels eines Hebelklaviers zum Klingen brachte.

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Doch der Reihe nach. Es gab wohl noch keine Orgelnacht in St. Peter und Paul, zu der so viele Besucherinnen und Besucher erschienen waren. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar zusätzlich bereit gestellte Stühle waren besetzt, als Ansgar Wallenhorst die Gäste begrüßte und den ersten Künstler des Abends vorstellte: Thomas Trotter, seit 1983 City Organist in Birmingham. Dem Motto des Abends „Das Amen der Carillons“ entsprechend, begann er mit einem Stück von Herbert Murill „Carillon“. Über Werke von Felix Mendelssohn und Carl Philipp Emanuel Bach nahm der Künstler die Zuhörer mit zu neueren Komponisten wie Ad Wammes und W. Walton, bei deren Werken die Kirche zu erbeben schien. Zwischen den Stücken gab Thomas Trotter kurze Erläuterungen zu den Werken in englischer Sprache; mit großem und lang anhaltendem Beifall bedankten sich die Zuhörer.

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Pause – Wein – Wasser – Croissants – und ein Wechsel des Ortes. Denn der zweite Teil – das Konzert der Carillons – fand naturgemäß draußen auf dem Platz vor der Kirche statt. Hier parkte seit dem späten Nachmittag der schwere Tieflader mit den Glocken und wartete auf Gijsbert Kok, Organist u. a. in Den Haag und – das ist das ganz Besondere – Stadtcarillonneur in Bergen, Den Haag und zwei weiteren niederländischen Städten. Trotz des anfangs starken Regens ließ sich niemand davon abhalten, vor die Kirche zu gehen, um bei dem kommenden „Schau- und Hör-Spiel“ dabei zu sein. Auch Gijsbert Kok führte seine Zuhörer in die Kunst des Carillon-Spielens ein; was man darauf spielen könne? Eigentlich alles, sagte er. Heute Abend aber habe er eine Auswahl an klassischen Stücken getroffen. Und so konnten die staunenden Zuhörer u. a. Johann Sebastian Bach, David Crumb, Edward Elgar hören, von 61 Glocken intoniert. Glücklicherweise ließ der Regen bald nach; dennoch kamen die meisten dem Carillon allenfalls für einen kurzen Moment nah, um den Künstler und die beim Carillon-Spiel angewandte Technik einmal aus der Nähe zu betrachten – oder ein Foto zu machen - ; ansonsten tat den Ohren ein gewisser Abstand gut…

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Wieder eine Pause, und danach begann in der Kirche der dritte Teil des Abends. Jetzt war es Pastor Schilling, der den Künstler vorstellte (und damit zugleich seine Verbundenheit mit der Ratinger Orgelmusik zum Ausdruck brachte!): Oft habe er Pierre Pincemaille auf CDs gehört; er sei glücklich und dankbar, den großen Meister der Improvisation jetzt persönlich erleben zu dürfen. Pierre Pincemaille ist Titularorganist von St. Denis / Paris und gilt als der „König der Improvisation“. In zwei großartigen Einheiten zeigte er sein Können, einer „Symphonie improvisée“ und einem Thema mit Variationen. Das Thema war in beiden Fällen das in vielen Sprachen bekannte „Bruder Jakob“, der schläft und nicht die Glocken hört – womit der Bogen zum „Amen der Carillons“ gespannt wurde. In immer neuen Variationen erklang das Thema, bisweilen zum Verwechseln dem Oster-Alleluja ähnlich, bis es in in einem großartigen Finale seinen Abschluss fand.

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Auch wenn die Zahl der Zuhörer im dritten Teil des Abends gegenüber den ersten Abschnitten abgenommen hatte – Kraft und Dauer des Beifalls waren unverändert geblieben – ein Dank an die Künstler, die Organisatoren und die Kirchengemeinde, die solche Konzerte möglich macht.

Weitere und größere Bilder (insgsamt 41) können Sie hier in einer Flash-Bildergalerie sehen. | Josef Pietron

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