Letztes Konzert im "Organistival 2013"

altAm 24. November fand das "Organistival 2013" seinen Abschluss: Es spielten Kolja Lessing, Violine, und Ansgar Wallenhorst, Orgel. Aus Anlass dieses Finales schrieb unser Kantor Ansgar Wallenhorst einen Brief an die Freunde und Förderer der Ratinger Kirchenmusik. Sprachlich an die Rückschau angepasst, veröffentlichen wir ihn hier leicht gekürzt:

Begegnung war das zunächst unspektakulär klingende Motto der nunmehr 16. Orgelwelten-Saison in St. Peter und Paul.

Was schon bei den samstäglichen orgel.punkt12-Konzerten mit Orgelklängen und Texten der Mystik intoniert wurde, fand im organistival eine Vertiefung: Begegnungen müssen nicht immer harmonisch sein, sondern können durchaus konträr beginnen, spannungsgeladen weitergehen und in einem unauflösbaren Schwebezustand enden. Die französische Sprache lässt es im Wort ren-contre erahnen: das Gegensätzliche der Begegnung ist die Keimzelle, wo Neues, Aufregendes entsteht. Wir wissen es aus theologisch-psychoanalytischer Perspektive: keine symbolische Erfahrung in der Liturgie ohne das Moment der Fremdheit!

So trafen junge Männerstimmen der Schola juvenalis mit den uralten, einstimmigen Linien der Gregorianik auf den Altmeister der Improvisation an Notre-Dame, Philippe Lefebvre mit aus Raum und Zeit hinausführenden Improvisationen. Bachs unsterbliche kontrapunktischen Linien und farbige harmonische Zusammenklänge führte Vincent Dubois mit Duruflés feinem Gespür für Architektur und Klang zusammen und gab seine Einsichten in einem Orgelkurs an junge Organisten weiter. Pianistischer Zugriff auf die Orgel mit fragil-minimalistischen Effekten bescherte Francesco Finotti mit Rachmaninoff-Préludes.  Und schließlich begegnete man guten Freundinnen der Ratinger Orgelwelten wie Zuzana Ferjencikova und zuletzt Iveta Apkalna mit Klangvisionen, die Gegensätze schwebend zusammenhielt.

Ein Jahr der Begegnung von Tradition und Innovation rund um den neuen Konzertspieltisch…

altZum Finale war mit Kolja Lessing einer der renommiertesten deutschen Geiger zu Gast. Er verbindet interpretatorische und wissenschaftliche Arbeit, die in der Herausgabe von Raritäten des Violin- und Klavierrepertoires ihren Niederschlag findet. Kolja Lessings weltweite Konzert- und Aufnahmetätigkeit als Geiger und Pianist beinhaltet sowohl die Zusammenarbeit mit führenden Orchestern unter Dirigenten wie Yakov Kreizberg, Nello Santi und Lothar Zagrosek als auch verschiedenste kammermusikalische Projekte. In Anerkennung seines Engagements für verfemte Komponisten erhielt er 1999 den Johann-Wenzel-Stamitz-Sonderpreis, 2008 wurde er mit dem Deutschen Kritikerpreis für Musik ausgezeichnet. ... Nach Professuren für Violine und Kammermusik an den Musikhochschulen Würzburg und Leipzig wirkt er seit 2000 an der Musikhochschule Stuttgart....

Mit Regers Largo aus der „Suite im alten Stil“ op. 93 und Günther Raphaels Sonate op. 36 für Violine und Orgel rahmten das Programm  zwei klangvollen Namen der Leipziger Schule des 20. Jahrhunderts. Solistisch erklangen  Bachs Partita d-moll für Violine  und eine improvisierte Klangskulptur über ein Gedicht von Nelly Sachs. Das Kolja Lessing gewidmete Werke „A une Madonna“ nach Baudelaire aus dem Jahr 2005 erklang im Beisein des ehemals in Leipzig lehrenden Komponisten Dimitri Terzakis.

Das erste Erlebnis war das Konzert selber - aber die sehr gut besuchte Kirche ein zweites. "Dass wir so etwas in Ratingen geboten bekommen", sagte eine Banknachbarin dem Fotografen beim Hinausgehen... | Josef Pietron

alt


Hinweis

Für Veröffentlichungen in den Pfarrnachrichten, auf dieser Internetseite und in der Presse ist der Sachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit zuständig - erreichbar unter:
oeffentlichkeitsarbeit@st-peterundpaul.de

Termine in der Pfarrei