Visionen des Johannes - Uraufführung zum Christkönigsfest 2012

altDer Förderverein „Musica sacra“ ist den meisten Besuchern unserer Kirche durch die Orgelkonzerte bekannt, die er initiiert und finanziert, oder durch den neuen Orgelspieltisch, für deren Anschaffung er das Geld aufgebracht hat. Weniger bekannt ist, dass er auch Kompositionen der Kirchenmusik fördert, die im Kreis des Kirchenjahres den Gottesdienst bereichern sollen. Der diesjährige Kompositionsauftrag ist von Hans-Josef Lurweg veranlasst und unterstützt worden: „Visionen des Johannes“ heißt die Komposition, Komponistin ist Zuzana Magdalena Maria Ferjenčikowá. Die Komponistin, zugleich preisgekrönte Organistin, wurde 1978 in der Slowakei geboren. Sie studierte in Bratislava, Wien und Paris und ist heute Stiftsorganistin an der Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien.

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Am letzten Sonntag des Kirchenjahrs, am Christkönigsfest, wurde das Werk bei uns in Ratingen zum ersten Mal aufgeführt. Unsere Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz besetzt; viele mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Vorn im Chorraum hatten die Sängerinnen und Sänger ihren Platz eingenommen: zum einen das Solistenensemble Den Haag: Lena-Maria Kramer, Maria Valdmaa, Harald Maiers, Stefan Berghammer und Matthew Baker, zum andern die Frauenschola „Cantica“, die Schola juvenalis und die Junge Kantorei St. Peter und Paul. An der Orgel saß anfangs bei den Gemeindeliedern Ansgar Wallenhorst; vom Hallelujavers an jedoch die Komponistin, Zuzana Ferjenčikowá.

Denn der Hallelujavers war der erste Satz der Komposition "Visionen des Johannes". „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25), sangen die fünf Solisten, und Chor und Organistin ließen durch Stimmen und Orgelpfeifen eine Ahnung aufkommen von dem, was Leben, was ewiges Leben bedeutet.

alt„Amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24): Das war einer der Verse, die im Gesang zur Gabenbereitung, dem Offertorium, vorgetragen wurden. Es war großartig zu erleben, wie die Solisten aus Den Haag, die Chorsänger und die Orgel diese Botschaft zum Klingen brachten, wie vollkommen sie es durchführten und wie begeistert sie es taten.

altDer dritte Satz der Komposition folgte während der Austeilung der Kommunion; jetzt trat deutlich das Ende des Kirchenjahrs in den Vordergrund, die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde: „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Nähe wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,3f); Christel Lueb-Pietron sprach die Texte bei Klängen der Orgel; Solisten und Chorsänger leiteten sie ein und griffen sie auf.

Als Johann Sebastian Bach in den Jahren 1712-1717 sein „Orgelbüchlein“ komponierte, schrieb er als Widmung hinein „Dem höchsten Gott allein zu ehren, dem Nächsten draus sich zu belehren“. Das Anliegen Bachs wurde in Ratingen würdig fortgeführt. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Gottesdienstbesucher der Komponistin und Organistin, den Solisten, den Chorsängern, der Sprecherin und nicht zuletzt Ansgar Wallenhorst für die Leitung und das großartige Orgelnachspiel.

Was vielleicht nur wenigen bekannt war, teilte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Ursula Theißen, am Ende des Gottesdienstes allen mit: es war das Christkönigsfest des Jahres 2002, an dem Benedikt Bünnagel als Pfarrer der die Kirche St. Peter und Paul eingeführt worden war; das diesjährige Christkönigsfest war also zugleich ein Jubiläumstag, und die Musik im Gottesdienst ein besonderes Geschenk zu seinem zehnjährigen „Pfarrer-Geburtstag“. Doch darüber ist an anderer Stelle mehr zu lesen. | Josef Pietron

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