Nacht der Mystik – 26. Oktober 2012

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Ein eindrucksvoller Abend war es, den die Besucherinnen und Besucher unserer Pfarrkirche am Abend des 26. Oktober erleben durften: eine "Nacht der Mystik". Licht und Klang, Wort und Gesang sollten den Weg zeigen zu dem Tiefengrund, der unser Leben trägt. Da gibt es Verborgenes, das in uns lebt. Da sind Gegenstände, mit denen wir täglich umgehen, die mehr sind als nur „Dinge“. Und nicht zuletzt ist unser Leben von einer Kraft umfangen, einem Geheimnis, das Menschen seit Urzeiten "Gott" nennen.

„Ein Geheimnis kann man nur bewohnen“, sagte Pfarrer Bünnagel zu Beginn der „Nacht der Mystik“. Ein Mystiker ist der, mit dem Geheimnis seines Lebens verbunden ist; er lebt mit ihm; er wohnt mit ihm, er ist auf dem Weg zu dem Ur-Geheimnis „Gott“. Die „Nacht der Mystik“ wollte eine Hilfe auf diesem Weg sein.

Wer die Kirche betrat, sah sie in hell-warmes Licht getaucht; Stefan Knor war der Lichtdesigner des Abends. Vorn stand ein großer Gong, an den Medio Ernst Endres trat, ein Klangtherapeut. Erst waren es nur einzelne Schläge, dann benutzte er mehrere Schlägel, später musizierte er im Dialog mit Ansgar Wallenhorst an der Orgel. „Geh nicht nach draußen, kehr zu dir selbst zurück, im Innersten des Menschen wohnt die Wahrheit“ hieß es: Wer sich auf den Klang einließ, konnte sich von den Schwingungen mittragen und im Innersten berühren lassen.

altNach einer Pause mit Brot und Wein ging es um das Geheimnis in den Dingen. Es war ein besonderes Erlebnis, zu hören und zu sehen, wie die Mitglieder der Frauenschola Cantica von drei Seiten singend auf den Altar zuschritten, um dort dann vereint den Abendhymnus „Te lucis ante terminum“ zu singen, „bevor des Tages Licht vergeht“. „Die Seele der Dinge | lässt mich ahnen | die Eigenheiten | unendlicher Weiten“: Diesen Vers von Rose Ausländer trug Kerstin Arzt-Müskens vor – und danach war Gelegenheit, durch die Kirche zu gehen und Entdeckungen zu machen: Drusen zu betrachten, Psalm- und Segensworte zu erlauschen, die aus dem Beichtstuhl klangen, Kunstwerke zu anzuschauen oder sich in der Sakristei über die Sammlung alltäglicher Küchengegenstände zu wundern, bei deren Anblick Teresa von Avila hoffte, dass ihr gedeckter Tisch ein Gebet zu Gott sei, weil sie anders keine Zeit habe, eine Heilige zu werden.

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Nach einer zweiten Pause ging es um das Größere, um das Mehr, um die Sehnsucht im Menschen. Sie wird nie zu sättigen sein, weil Irdisches allein dem Menschen nicht genügen kann. „Gott“ nennen Menschen seit Urzeiten dies Geheimnis, den Anfang und das Ziel ihres Lebens. Texte aus den Psalmen, von Martin Buber und dem mittelalterlichen Mystiker Meister Eckart halfen, sich diesem Erfahrungsraum zu nähern, vor allem aber das großartigen Spiel der Cellistinnen Insa Rössler-Schirmer und Donja Djember.

Du brauchst  Gott nicht zu suchen hier oder dort,
er ist nicht ferner als vor der Tür deines  Herzens;
da steht er und harrt und  wartet,
wen er bereit finde,
der ihm auftue  und ihn einlasse.

Du brauchst ihn nicht weiter zu rufen,
er wartet ungeduldiger als du, dass du ihm auftuest;
ihn verlangt dringender nach dir als dich nach ihm.

Dein Auftun und sein Eingehen ist nur ein

Augenblick.

Meister Eckhart (ca. 1260-1328)

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Der Abend ging gegen 23.30 Uhr zu Ende mit dem Gesang der Frauenschola, einem Ausklang von Ansgar Wallenhorst und einem großen Dank von Ursula Theißen an alle, die zum Gelingen dieser großartigen Feier beitragen hatten. | Josef Pietron

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Beachten Sie auch die Links zu den Websites der beteiligten Künstler unterhalb des folgenden Bildes!

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Links zu den beteiligten Künstlern:

Stefan Knor (Lichtdesign): www.lumen-tenebris.de oder www.eventac.de

Medio Enrst Endres (Klangtherapeut): www.medio-klangtherapie.de

Ansgar Wallenhorst: www.ansgar-wallenhorst.de

Über eine Webpräsenz von Hans Holzhauer, Insa Rössler-Schirmer und Donja Djember ist uns leider nichts bekannt.


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