OrgelFEST - Die Einweihung des neuen Orgelspieltischs

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„Kunst ist Seelsorge“ hat der Bildhauer Anatol in seinem Atelier auf der Insel Hombroich mit roter Farbe an die Wand geschrieben. Zwar mag er dabei zunächst an die Bildende Kunst gedacht haben, aber das Wort gilt sicherlich ebenso für die Literatur und für die Musik.

So gibt es in unserer Pfarrei seit dem 29. Juni 2012, dem Fest unserer Pfarrpatrone Peter und Paul, einen weiteren Weg zur Seelsorge: Der neue Spieltisch für die Orgel unserer Pfarrkirche wurde eingeweiht. Vorn im Chorraum steht er jetzt; er eröffnet ganz neue Möglichkeiten bei der Gottesdienstgestaltung und bei Orgelkonzerten und ist vollgepackt mit welt-neuer Technik.

Es war ein hohes Maß an Vorarbeit nötig. Es brauchte Initiatoren, Musiker und Techniker. Der Musiker war da: Ansgar Wallenhorst, seit 1998 Kantor an St. Peter und Paul in Ratingen und künstlerischer Leiter der Orgelwelten Ratingen, die sich als Kirchenmusik-Zentrum im Herzen des Kulturraumes Rhein-Ruhr einen Namen gemacht haben. Und „musikalische Techniker“ gab es auch in Ratingen: Benedikt Aufterbeck, Orgelbauer und Toningenieur,  und Thoma Stöckl, Musikhochschulabsolvent und Elektroniker, von der Fima Sinua. Dann waren Geldgeber nötig - und auch die fanden sich: es waren einige Personen und Firmen, die große Beträge gaben, und viele andere, die durch ihre Spenden bei Orgelkonzerten bei der Finanzierung mithalfen. Allein Spenden waren es, die zur Finanzierung des Spieltischs ermöglichten!

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Pfarrer Bünnagel segnet den neuen Spieltisch - ohne Weihwasser: das könnte der Technik schaden... Links Vincent Dubois und Ansgar Wallenhorst. Vincent Dubois wird am Sonntag am neuen Spieltisch sitzen und ein Konzert geben.

Während des Festhochamts am 29. Juni saß Ansgar Wallenhorst noch am oberen Spieltisch auf der Orgelbühne. Doch am Ende der Messe segnete Pfarrer Bünnagel den neuen Spieltisch - und danach nahm Ansgar Wallenhorst am Spieltisch im Chorraum Platz und begeisterte die Gemeinde mit einem großartigen Orgelnachspiel.

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Es war noch keine Routine, den Orgelspieltisch von seinem Platz hinter dem Altar nach vorn in "Konzertposition" zu bringen...

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Ansgar Wallenhorst erläutert den neuen Spieltisch und begrüßt die Organisten des Abends

Im Anschluss an den Gottesdienst fand das erste Konzert der OrgelFEST-Tage statt; Olivier Latry / Paris spielte, zunächst allein, dann gemeinsam mit Shin Young-Lee "Le sacre du printemps" von Igor Strawinski. Es war ein Gewinn für die Augen, die Organisten beim Spiel beobachten zu können – vor allem aber war es ein im wörtlichen Sinne unbeschreibliches Klangerlebnis für die Ohren – ich habe nicht die passenden Worte dafür, man möge es mir verzeihen: Mythen und Gewalten aus Urtiefen und heiligsten Höhen wurden lebendig und erfüllten die ganze Kirche und jeden der Besucherinnen und Besucher.

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Olivier Latry am neuen Spieltisch; rechts Olivier Latry und Shin-Young Lee; daneben Christian Siegert

Dies besondere Klangerlebnis hat gewiss mit der Genialität der Künstler zu tun, aber eben auch mit den „inneren Werten“ des Spieltischs. Durch die hier erstmalig benutzte Technik kann direkt auf jede der 2688 Pfeifen zugegriffen werden; auch der Tastenanschlag hat – ähnlich wie beim Klavier – Einfluss auf den Klang. „Grundsätzlich können Töne erzeugt werden, bei denen man meint, dass sie nicht von einer Orgel erzeugt worden sind“ (Gabriele Hannen, RP Ratingen, 27. Juni 2002). Eckhard Isenberg, der Orgelsachverständige des Erzbistums Köln spricht von einem „Meilenstein für die Orgelbaukunst“.

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Olivier Latry und Shin-Young Lee beim Schlussapplaus

Am Samstag, dem 30. Juni, gastierte ein weiterer französischer Organist: Vincent Dubois (Soissons / Strasbourg). Am Sonntag, dem 1. Juli spielte Kalevi Kiviniemi aus Finnland; beschließen wird das „OrgelFEST“ Ansgar Wallenhorst am Montag, dem 2. Juli.

Ausführliche weitere Informationen, auch direkt von Ansgar Wallenhorst, konnten Sie in den Fernsehbeiträgen erhalten, die über den neuen Spieltisch und seine Technik gesendet wurden: Der Bericht des WDR "Ratinger revolutioniert die Orgelwelt" (gesendet in der "Lokalazeit Düsseldorf" am Mittwoch, dem 27. Juni), darf dank der nutzerfreundlichen Bestimmungen des 12. Rundfunkänderungsstaatvertrags nicht mehr im Netz abzurufen sein. | Josef Pietron


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