Fasteninstallation in St. Peter und Paul

Erwin Wiegerling heißt der Künstler, der die Fasteninstallation "Das Heilige Grab" gestaltet hat; seit Aschermittwoch kann es in der Turmkapelle unserer Kirche betrachtet werden. Es ist derselbe Künstler, der im Jahr 2008 die Himmelsleiter geschaffen hat, die über ein halbes Jahr unserem Kirchturm ein unverkennbares Gesicht gab. Am Freitag, dem 23. März, hat er sein Werk in Ratingen besucht, nahm am Einführungsabend teil und stand für Gespräche zur Verfügung.

alt

Seit Aschermittwoch ist das „Heilige Grab“ des Künstlers Erwin Wiegerling in der Turmkapelle von St. Peter und Paul zu sehen. E.LIN –wie sein Künstlername lautet, ist uns allen bekannt von der Himmelsleiter, die ein Jahr lang unseren Kirchturm zum Blickpunkt in Ratingen machte. Mit der diesjährigen Fasteninstallation greift er eine alte Tradition neu auf, die in Bayern beheimatete, barocke Inszenierung vom Leiden und Sterben Jesu.

Wir stehen vor einem Sarkophag aus Holz, in dem eine zerbrochene Jesus-Figur, so wie sie gefunden wurde, aufgebahrt liegt. Ein Bild des Leidens – und doch sind die Symbole in den Händen des zerstückelten Corpus Zeichen der Hoffnung, Sinnbilder für Erneuerung und Auferstehung.

 

altDa fällt der Blick auf das goldglänzende Kreuz, Symbol des Leidens, aber auch dessen Überwindung. Der leuchtend blaue Schmetterling ist Zeichen der Hoffnung und der unsterblichen Seele, ein Mittler zwischen Leben und Tod.

Und schließlich die Schriftrolle in der intakt gebliebenen Hand, gleichzusetzen mit dem Wort, durch das Gott Neues verkündet.

Der Sarkophag ist mit einem zarten, weißen Schleier verhüllt. Schleier sind Zeichen für das Himmelsgewölbe. Dazu passt der Hintergrund aus Wolken, die wiederum als Symbol der Gegenwart Gottes gelten. Kerzenlicht und farbige Glaskugeln spenden mystisches Licht.

altSelten hat mich der Anblick einer Christusfigur so berührt. Ist es die Zerbrochenheit, ist es der Gesichtsausdruck oder dieses insgesamt trostlose Bild des Jammers? Und immer wieder fällt mein Blick auf den Schmetterling, der meine Gedanken beflügelt und mich anscheinend hinaufträgt zu Gott. Man kann endlos lange vor dieser Installation sitzen und immer wieder Neues entdecken und fühlen.

Hier wird Leiden und Sterben des Gottessohnes unmittelbar erfahrbar und lässt doch die Freude des Ostermorgens schon ahnen. Ich hoffe, dass viele Menschen diese Fastenzeit nutzen und sich Zeit nehmen, vor dem „Heiligen Grab“ zu meditieren und zu beten. | Ursula Theißen (Vorabdruck aus Bileams Esel 1/2012)

Hans Müskens hat in den letzten Wochen oftmals das "Heilige Grab betrachtet und seine Eindrücke in Worte gefasst. "Nichts ist mehr so, wie es einmal gewesen ist", überschreibt er seine Texte zur Rauminstallation von E. LIN, 2012. Sie finden Sie hier.

Weitere und größere Bilder können Sie (außer auf i-Pads, i-Phones...) in einer Bildergalerie betrachten; klicken Sie hier. - Fotos der Bildergalerie und auf dieser Seite: Josef Pietron

alt

Das Fastentuch: Auf dem „Leichentuch Jesu“ sind Wundmale angedeutet. Es ist übersät mit roten Spritzern in blutroter Farbe. Doch in der Mitte bricht sich eine weiße Fläche eine himmelwärts strebende Bahn. Das ganze Tuch ist in lichtes, helles Gelb getaucht. Das Leiden wird ins Positive gekehrt. Der Kreis symbolisiert die Erde.

Am Freitag, dem 23. März, 19.00 Uhr, ist ein Einführungsabend mit dem Künstler Erwin Wiegerling. - Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die Glaubensabende über die Tugenden; hierzu wird an jedem Dienstag der Fastenzeit um 20.30 Uhr in unsere Pfarrkirche eingeladen.


Hinweis

Für Veröffentlichungen in den Pfarrnachrichten, auf dieser Internetseite und in der Presse ist der Sachausschuss für Kommunikation zuständig - erreichbar unter:
oeffentlichkeitsarbeit@st-peterundpaul.de

Termine in der Pfarrei