altNicht vorn im Altarraum hatte Joachim Lenninghausen Platz genommen, sondern in einer der ersten Bankreihen saß er, gemeinsam mit seiner Frau und einem seiner Söhne. Als am Freitag, dem 8. Juni, abends der Gottesdienst begann, der zu seinem Abschied gefeiert wurde, wirkten im Chorraum neben den Ministranten Pfarrer Bünnagel, die Patres Witold und Staszek und der ev. Pfarrer Brinkmann mit. In den Bänken hinter und neben der Familie Lenninghausen saßen viele Frauen und Männer aus unseren Pfarrei; erkennbar war, dass in besonderem Maße Mitglieder der Homberger Gemeinde und die Erzieherinnen der Kindertagesstätten dabei sein wollten, als es galt, „ihrem“ Pastoralreferenten Dank zu sagen für zehn Jahre Arbeit in den Gemeinden unserer Pfarrei.

Bereits in seiner Begrüßung gab Pfarrer Bünnagel die Leitlinie des Abends an: den „Schatz der Erinnerungen“ wollte er einsammeln, der in den Jahren seit 2002 in unserer Pfarrei zusammengekommen war – schöner, wertvoller und helfender Erinnerungen. „Es braucht Menschen, die Gott ihr Gesicht geben“, sagte er – und zu denen zählte Joachim Lenninghausen; in ihm hat Gott Geschichte geschrieben.

altVon außen sieht man nicht, was sich hier verbirgt: Mit dunklen Tüchern ist das Seitenschiff der Herz-Jesu-Kirche verhängt, vor dem Eingang steht ein Tischchen mit Kieselsteinen. Frau Schüppler, Frau Schwenzfeier, Herr Wiedmer oder Frau Wittkop laden ein, einen Stein mitzunehmen, ihn bei sich zu behalten, ihn „sich zu eigen zu machen“ – um ihn am Ende am Kreuz abzulegen.

Denn ein Kreuzweg und ein Ostergarten sind es, die sich hinter den Tüchern verbergen. Im November 2011 hatten die Mitglieder des Pfarrgemeinderats der Herz-Jesu-Gemeinde, der Gemeindeausschuss und Pater Witold beschlossen, diesen „Ostergarten“ im Seitenschiff der Kirche zu bauen. Astrid Schüppler, Bernhard Wiedmer und Pater Witold waren die Ideengeber, und gemeinsam mit dem Küsterteam, der kfd, der KAB, mit Jugendlichen und den Messdienern haben sie seit Februar daran gearbeitet. Seit dem 4. März ist alles fertig gestellt, der Ostergarten kann – mit Führung – besucht werden.

altVorn am Altar, hell beleuchtet, stand eine lebensgroße Figur. Gebaut war sie aus Verpackungen von Dingen, mit denen wir täglich umgehen: Leberwurst, Grüne Erbsen, Teebeutel, Kekse, Partygebäck, Schokolade… In der Hand hielt sie eine Fackel, die freilich noch nicht angezündet war. Was soll die Figur darstellen? Das werden sich manche neugierig gefragt haben - doch auf die Antwort musste man ein wenig warten.

Denn zunächst führte Pfarrer Bünnagel in die Reihe "Tugenden: am Puls der Zeit" ein. Er beschrieb die Tugenden als Grundhaltungen des Menschen, die dazu „taugen“ (!), dem Leben Halt und Richtung zu geben. Das „Maß halten“, die „temperantia“, wie die Philosophen früherer Jahrhunderten sagten, ist die erste dieser Schlüssel-Tugenden, um die es an fünf Abenden in der Fastenzeit gehen soll. Gemeint ist die Fähigkeit, aus verschiedenen Teilen ein geordnetes Ganzes zu formen, seine vielfältigen Kräfte ins richtige Verhältnis zu bringen. Wer Maß zu halten versteht, kann zu einer inneren Ordnung gelangen, kann das finden, was heute oft „Lebensqualität“ genannt wird

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