Nachruf auf Pfarrer Heinz Schmidt

Porträt Heinz SchmidtLiebe Schwestern und Brüder,
am Sonntagmorgen, dem 13. September, ist gegen halb zehn unser lieber
Pfarrer Heinz Schmidt
verstorben.

Heinz Schmidt war eine besondere Priesterpersönlichkeit. Er hatte einen klaren Kompass, einen ausgesprochen starken Willen, und was mich immer in besonderer Weise beeindruckt hat, war seine Bereitschaft, dort anzupacken, wo seine Hilfe notwendig war.

Im Jahr 2010 ist er nach seinem Eintritt in den Ruhestand in unsere Pfarrei gezogen. Ruhestand bedeutete für ihn jedoch keineswegs, nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil: Er gab die Verantwortung als leitender Pfarrer ab, blieb aber mit ganzem Herzen Priester und Seelsorger. Als Menschenfischer war er weiterhin in unserer Pfarrei tätig. Dafür können wir sehr dankbar sein, und das werden wir ihm nicht vergessen.
Sein Herz hing in besonderer Weise an unserer schönen Herz-Jesu-Kirche, an der er bereits in früheren Jahren als Kaplan tätig gewesen war. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand übernahm er aber ebenso Dienste in St. Peter und Paul. Hier feierte er mit großer Liebe und Herzlichkeit viele Gottesdienste, besonders die Sonntagabendmessen. Viele Menschen haben seine ganz eigene Art, Priester zu sein und seinen Glauben zu leben, sehr geschätzt.

Heinz Schmidt war zutiefst von der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt: eine Kirche an der Seite der Menschen; eine Kirche, die nicht sich selbst feiert, sondern Gott, der die Menschen liebt. Das war für ihn kein äußerer Anspruch, sondern eine innere und im wahrsten Sinne des Wortes herzliche Haltung.

Immer wieder habe ich erfahren, dass er sich auch nach seinem Ruhestand um Menschen kümmerte, die Hilfe brauchten. Nicht selten stand er ihnen ganz persönlich und auch mit eigenen finanziellen Mitteln zur Seite. Bis zum Beginn der Corona-Pandemie brachte er sich auf vielfältige Weise in unsere Gemeinde ein.
Die letzten Jahre seines Lebens waren gesundheitlich schwer. Und dennoch – auch das hat mich tief beeindruckt – haben ihn seine Menschlichkeit und seine Liebe zu den Menschen niemals verlassen.

Ich werde nicht vergessen, wie ich ihm in dieser Zeit mehrfach die Krankenkommunion bringen und die Krankensalbung spenden durfte. Heinz Schmidt lebte aus der tiefen Zusage, dass Gott in unserer Mitte ist und dass Gott ein Menschenfreund ist.

Unvergessen bleiben mir dabei auch manche kleinen liturgischen Veränderungen, die für ihn typisch waren. So sagte er beispielsweise nicht, wie es die Liturgie eigentlich vorsieht: „Der Herr sei mit euch“, sondern: „Der Herr ist mit euch.“ Dahinter stand eine tiefe innere Überzeugung. Er wollte den Menschen zusagen: Ja, Gott ist wirklich in eurer Mitte. Er ist gegenwärtig. Er ist da. Für mich ist gerade dies ein tiefer Ausdruck seines Auferstehungsglaubens. Christus kann in der Mitte der Menschen gegenwärtig sein, weil er lebt, weil er auferstanden ist. Pfarrer Heinz Schmidt ist in seinem priesterlichen Leben zu einem Zeugen dieses lebendigen Gottes geworden – und damit zu einem Zeugen der Auferstehung.

Und so ist es für mich auch kein Zufall, dass Heinz Schmidt ausgerechnet an einem Sonntag verstorben ist – an jenem Tag der Woche, an dem wir Christen seit den Anfängen der Kirche die Auferstehung Jesu Christi feiern. Sonntag für Sonntag stand er als Priester vor den Menschen, feierte mit ihnen die Eucharistie und verkündete die Botschaft vom Tod und von der Auferstehung Jesu. Was er über so viele Jahrzehnte hinweg anderen zugesagt und verkündet hat, darauf durfte er am Ende seines eigenen Lebens selbst vertrauen: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Christus ist auferstanden, und in ihm ist auch uns das Leben verheißen.

Als sich in den vergangenen Tagen die Nachricht von seinem Tod verbreitete, haben mir viele Menschen gesagt, wie sehr sie ihn geschätzt haben. Das ist umso bewegender, weil er aufgrund seiner gesundheitlichen Situation schon seit einigen Jahren keinen priesterlichen Dienst mehr übernehmen konnte. Die Erinnerung an ihn und das, was er Menschen gegeben hat, ist dennoch lebendig geblieben.

Wenige Tage vor seinem Tod durfte ich ihm noch einmal die Krankenkommunion bringen und die Krankensalbung spenden. Diese Begegnung wird mir unvergessen bleiben. Sein offenes Herz, sein ausdrücklicher Wunsch, den eucharistischen Herrn noch einmal zu empfangen, und seine große Dankbarkeit darüber, durch die Krankensalbung für seinen letzten Weg gestärkt zu werden, haben mich tief bewegt.

Ich bin davon überzeugt, dass Pfarrer Heinz Schmidt, dieser unerschrockene Zeuge des Auferstehungsglaubens, nun dem Auferstandenen begegnet ist. Und ich glaube, dass er nun auch jenen Menschen wieder begegnet, die er während seines langen priesterlichen Lebens begleitet hat – nicht zuletzt auf der letzten Wegstrecke ihres irdischen Lebens.

Deshalb werden wir auch von ihm Abschied nehmen, indem wir miteinander die Auferstehungsmesse feiern. Wir trauern um einen Menschen, der uns fehlen wird. Zugleich vertrauen wir darauf, dass die Botschaft, die er sein Leben lang verkündet hat, nun für ihn selbst Wirklichkeit geworden ist:
„Der Herr ist mit ihm.“
In großer Dankbarkeit für diesen Menschen, Priester und Seelsorger werden wir Pfarrer Heinz Schmidt von Herzen verbunden bleiben.

Für die Pfarrei St. Peter und Paul
Pastor Daniel Schilling +

Die Auferstehungsmesse für Pfr. Schmidt werden wir am 25.9. um 10 Uhr in St. Peter und Paul feiern. Anschließend findet die Beisetzung auf unserem Katholischen Friedhof statt.

Termine in der Pfarrei

Wenn Sie uns finanziell unterstützen möchten, nutzen Sie gerne unsere Bankverbindung. Für Spenden können wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zukommen lassen.
Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul
DE52 3345 0000 0042 1003 62