Projekt: LENTCH

Was bedeutet LENTCH
LENTCH ist ein Sozialprojekt für die Betreung von arbeitenden Straßenkindern in Cimbote. Der Name ist eine Umschreibung des Ziels dieser Soizal-Aktion: "Licht und Hoffnung für die arbeitenden Straßenkinder von Cimbote".

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Ein eigenes Bett
"Padre, können Sie mir helfen? Mein Sohn braucht ein Medikament." Mit diesen Worten kam eine Mutter und bat um Medizin für ihren 11-jährigen Sohn, der an Asthma leidet. Ich kannte den Jungen schon, denn er besucht Treffen von LENTCH.

Als Doña Gabi aus unserem Team das "Haus" dieser Familie besuchte, war sie geschockt von der extremen Armut, in der die Eltern und Kinder weniger leben als bloß über-leben: feuchter Erdboden, Wände und Dach aus Stroh, nachgebessert mit Plastikfolie und Kartons; eine feuchte Matratze (die diesen Namen eigentlich nicht mehr verdient) auf dem Boden - kein Bett.

Es wurde uns klar: Wenn wir wirklich und nachhaltig helfen wollen, muss sich diese Situation ändern! "Denn jedes Kind hat ein Recht auf eine würdige Wohnung", wie es die Bischöfe in der lateinamerikanischen Bischofssynode in Aparecida formulieren (Nr. 391). Und auch der Papst erinnert daran, dass die Kirche dazu berufen ist, "Anwältin der Gerechtigkeit und Verteidigerin der Armen“ zu sein angesichts von himmelschreiender „nicht akzeptierbarer sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit“. „Heute wollen wir uns erneut für die Option für die bevorzugte Liebe zu den Armen entscheiden, wie es bereits die vorherigen lateinamerikanischen Bischofssynoden getan haben“ (396). „Es wird von uns verlangt, dass wir Zeit aufbringen für die Armen, dass wir uns ihnen liebenswürdig zuwenden, ihnen interessiert zuhören, sie begleiten in den schwierigen Momenten, dass wir Stunden, Wochen und Jahre unseres Lebens ihnen widmen, um sie bei ihrer Suche zu begleiten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zum Guten zu verändern. Denn wir können das Wort Jesu nicht vergessen: Wenn Du ein Fest gibst, dann lade die Armen ein, die Blinden, die Lahmen… (Lk 14,13)” (397). So entstand unsere Aktion "Cama Propia" - Eigenes Bett!

Denn die oben beschriebene Situation finden wir in allen Familien unserer Lentch-Kinder. Dank einiger großzügiger Spenden von Peruanern in Spanien und aus Deutschland konnten wir vor Weihnachten 2008 unsere bisher größte Aktion durchführen. Insgesamt konnte dadurch die extreme Armut von 16 Familien deutlich gelindert werden, denn wir haben insgesamt 5 Stockbetten, 10 Betten und ein Familienbett mit insgesamt 21 Matratzen inclusive Bettwäsche und Decken übergeben, alles neu versteht sich!

Welche Freude das neue Bett auslöste, hat ein Junge Doña Gabi gesagt: "Schwester, ich möchte Ihnen was sagen" DANKE, denn es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich in einem Bett schlafe. Seit meiner Geburt habe ich noch nie in einem Bett geschlafen!

Ein Mädchen aus unserer Gruppe schreibt: "Ich bin so dankbar für mein neues Bett. Jetzt kann ich alleine schlafen, denn ich habe immer mit meinen älteren Geschwistern geschlafen. Jetzt kann ich ruhig schlafen und mich nach allen Seiten bewegen. Dank der Unterstützung der Freunde aus Deutschland muss ich nicht mehr auf der Straße Süßigkeiten verkaufen, sondern kann mich ganz der Schule widmen. Nur an den Wochenenden helfe ich meiner Mutter, indem ich verkaufe. Jeden Samstag nehme ich an den Gruppenstunden teil. Dort lerne ich, mich gut zu verhalten."

Und eine Mutter schreibt: "Danke für das Stockbett für meine Kinder! Nie im Leben dachte ich, dass meine Kinder mal ihr eigenes Bett haben werden, denn mit meinen vier Kindern haben wir auf dem Boden und auf dem Sofa geschlafen. Dank der großzügigen Spender können wir gut und ohne Schmerzen schlafen. Ich bin P. Michael mit der ganzen Gruppe Lentch und den Spendern aus Deutschland so dankbar. Danke auch für die Gebühren der Schuleinschreibung und die Hefte. So ist die Schulbildung unserer Kinder gesichtert. Danke für alles. Gott möge Sie segnen!"

Es gäbe noch mehr Dankbriefe zu übersetzen. Die glücklichen Gesichter auf den Fotos sagen alles. Es gibt noch viel zu tun. Aber wir sind ein wichtiges Stück weitergekommen. Danke Euch allen, die das ermöglicht haben: Die Aktion "Cama Propia" - Eigenes Bett.
P. Michael Stockinger OFM Conv. - Chimbote, Perú

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