Reisebericht Bolivien

Anlässlich des Jubiläums "40 Jahre Franziskaner Convent in Montero Bolivien" machte sich eine Gruppe mit Pater Gregor auf den Weg zu unserer Patengemeinde "Nuestra Senora de las Merccedes"

Seit 1977 betreuen die Franziskaner Minoriten der Krakauer Provinz diese Pfarrei und haben bisher wertvolle Arbeit in der Seelsorge und Aufbauarbeit geleistet.
Die Pfarrei wuchs ständig, sodass die Kirche schnell zu klein wurde und ausgebaut werden musste. So wandelte sie sich zu einem repräsentativen Bau am Hauptplatz der Stadt Montero. Am 30. Oktober 2017 wurde nun der neue Umbau feierlich eingeweiht.
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Derzeit leisteten Pater Juan Kukla, Pater Oascar, Pater Rudolpho und Pater Carlos Castelan dort Dienst.
Ihre Aufgaben meistern Sie auch mit Hilfe von ehrenamtlichen Katecheten. Für die Arbeit in der Seelsorge wurde ein Gemeindezentrum direkt neben der Kirche errichtet. Da wir durch unsere Patenschaft ebenfalls seit 40 Jahren die Arbeit unterstützen, wurde eine Gedenktafel am Pfarrzentrum eingeweiht und enthüllt.
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Die Reisegruppe auch erlebte herzliche Gastfreundschaft und konnte sich auch von den Fortschritten in den Projekten überzeugen. Nach wie vor steigt die Bevölkerung in Montero und am Rande der Stadt siedeln die Ärmsten und hausen in ärmlichen Hütten. Die Patres halten auch hier einmal in der Woche einen Gottesdienst ab, der noch unter einem provisorischen Dach stattfindet. Die Menschen sind froh, dass sie so einen Ort haben und auch ihre Sorgen und Nöte den Priestern anvertrauen können.
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Die Seelsorge der Franziskaner Minoriten erstreckt sich ebenfalls auf das Gefängnis von Montero.
Dort konnten wir schon mit Matratzen für etwas Bequemlichkeit in der Massenunterbringung helfen.
Die Gefangenen sind oft Kleinkriminelle, die aus Mangel an Arbeit oder Armut zu Straftätern wurden. Um die Perspektiven zu verbessern ist ein neues Resozialisierungszentrum für die Gefängnisinsassen errichtet worden:
„Cerprom Productivo“ ist der Name dieser Einrichtung, in der auch Untersuchungshäftlinge untergebracht sind.

In diesem Zentrum gibt es verschiedene Werkstätten: Schreinerei, Metallbau, Bäckerei, Gartenbau und eine Schneiderei. In den Werkstätten werden Produkte hergestellt, mit denen sich das Zentrum auch finanzieren kann. So entstehen Möbel, Betten, Gartenmöbel, Grill – Öfen, Hemden und Arbeitsanzüge. Auch Hängematten und kleine Dinge wie Schlüsselanhänger und Basball-Caps stellen die Häftlinge her.
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Im vergangenen Jahr konnten wir mit unserer „Nähmaschinen – Aktion“ hochwertige Nähmaschinen für die Schneiderei mit finanzieren. Wir wurden in diesem Zentrum sehr herzlich begrüßt und beschenkt.
Die Gefangenen können in diesen Werkstätten ein Zertifikat erlangen, mit welchem sie nach der Entlassung einem Handwerk nachgehen können und so nicht mehr straffällig werden müssen. So gehen sie in eine gute Zukunft.
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Durch unseren Besuch wurden wir auch noch auf einen Kindergarten und eine Vorschule Centro Padre Pelegrino aufmerksam. Ebenso besuchten wir eine Sozialstation mit medizinischer Ambulanz die von den Missionarinnen der Immaculata geleitet wird und würden gerne unsere Unterstützung dort anbieten.
Denn Hilfe ist nach wie vor notwendig und der Einsatz der Haupt- und Ehrenamtlichen ist bewundernswert.
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Sucre
Ein anderes Projekt ist in Sucre, einer der ältesten Städte im Hochland. Auch hier ist ein Franziskaner-Minoriten-Kloster, welches eine Pfarrgemeinde seelsorgerisch betreut. Hier im städtischen Bereich sind es die Kinder, die zur Schule gehen, aber durch die Berufstätigkeit ihrer Eltern am Mittag keine Mahlzeit bekommen.

Im Casa San Antonio, einer nachschulischen Betreuung erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit. Ferner können hier Nachhilfe- und Hausaufgabenbetreuung angeboten werden. Für dieses Projekt konnten wir in den letzten drei Jahren unsere Sternsinger-Sammelgelder einsetzen. Das Haus wurde saniert und es können jeden Tag ca. 70 Essen ausgegeben werden. Dieses Projekt wollen wir auch weiterhin unterstützen.
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Hier in Sucre verbrachten wir die Tage Allerheiligen und Allerseelen und konnten die besondere Art der Totenverehrung in der Kirche und auf dem Friedhof und ebenso bei einer Familie erleben. Ganz nahe sind die Menschen hier in Südamerika mit ihren Verstorbenen in Verbindung und zeigen dieses in Form von Opferaltären mit Speisen und Getränken.
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Mit vielen Eindrücken und neuen Ideen für unsere Patenschaft kamen wir nach Ratingen zurück.
Auch nach 40 Jahren Patenschaft bleiben wir in Verbindung und möchten die Arbeit unserer Freunde in Bolivien begleiten.
Für das nächste Jahr planen wir eine Aktion zur Förderung der musikalischen Erziehung für den Kindergarten Padre Pelegrino und die weitere Förderung des Gefängnisprojektes.

Allen Unterstützern und Spendern danken wir herzlich für Ihre großzügige Hilfsbereitschaft. Wir bleiben mit unserer Patengemeinde weiter in gutem und ständigen Kontakt auch durch Gebet und christlicher Glaubensgemeinschaft.

Hinweis

Für Veröffentlichungen in den Pfarrnachrichten, auf dieser Internetseite und in der Presse ist der Sachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit zuständig - erreichbar unter:
oeffentlichkeitsarbeit@st-peterundpaul.de